Prof. Dr. Nicole Graf: Nichts ist gefährlicher als die Weltanschauung derer, die die Welt nicht kennen.

Shownotes

Eine beeindruckende Frau entscheidet sich, eine renommierte Führungsposition in der Wirtschaft zugunsten der Bildung aufzugeben. Kurze Zeit später bekommt sie den Auftrag, auf einem Hinterhof einen Hochschulstandort aufzubauen. Gegen alle Widerstände, gegen Blockaden, sogar persönliche Anfeindungen im Radio. Und sie schaut immer über den Tellerrand hinaus, hat unter anderem 130 Länder bereist.

Was du aus dieser Episode mitnimmst:

  • Wie Nicole als junge Frau in männerdominierten Märkten (Osteuropa, Lateinamerika) nicht nur überlebt, sondern gewonnen hat
  • Warum der Wechsel von der Industrie in die Bildung der mutigste und beste Schritt ihrer Karriere war und was sie dabei fast aufgehalten hätte
  • Was ein China-Experte, der noch nie in China war, über deutsche Entscheidungskultur verrät
  • Wie man einen Studiengang gründet, den alle für überflüssig halten und ihn zur bundesweiten Blaupause macht

Über „Gestalten statt Jammern"

Der Podcast für Unternehmer, Führungskräfte und alle, die lieber agieren als klagen. In jeder Episode sitzt jemand am Mikrofon, der genug Gründe zum Jammern hätte und es trotzdem nicht tut. Takeaways direkt aus der Praxis. Keine Theorie. Kein Hochglanz.

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Kontakt

Prof. Dr. Nicole Graf, Rektorin DHBW Heilbronn https://www.heilbronn.dhbw.de/ https://www.linkedin.com/in/prof-dr-nicole-graf-a7350714b/

Kai Michael Kisseberth, Host 'Gestalten statt Jammern' https://www.kisseberth.com/ https://www.linkedin.com/in/kai-michael-kisseberth-1879b48a/ info@kisseberth.com

Du willst Gast im Podcast werden? Du gestaltest statt zu jammern und hast eine Geschichte, die andere weiterbringt? Dann melde dich. Keine Selbstbeweihräucherung, keine Werbeveranstaltung. Nur echte Einblicke, echte Learnings, echter Mehrwert. Bitte schreibe direkt an: info@kisseberth.com

Transkript anzeigen

00:00:00: Mein Anliegen ist, sich die Welt außerhalb von Deutschland anzuschauen.

00:00:05: Sich dessen bewusst zu sein in welchen Umfeldern wir uns bewegen und mit welchen Wettbewerbern wir im Wettstreit um welche Märkte bestehen.

00:00:24: Gestalten oder nur reagieren war es entscheidend das erfährst du hier mit herausragenden Persönlichkeiten an meiner Seite.

00:00:31: Gestalten statt Jammern, ich bin dein Host, Kai Michael Kiesepert.

00:00:41: Schön dass du heute wieder eingeschaltet hast!

00:00:43: Heute zu Gast ist die Architektin des Campus Heilbronn der Dualen Hochschule Hepaten-Württemberg.

00:00:50: Prof.

00:00:50: Dr.

00:00:51: Nikol Graf ist hier als Brückenbauerin zwischen Bildung, Wirtschaft und Erlebensmittel und Konsumüderbranche tätig.

00:00:59: Rektorin der Duale Hochschulle ist sie seit den Jahren.

00:01:02: In den letzten Jahren wurde sie schon mit dem Aufbau des Campus Heilbronn betraut.

00:01:09: Vorher wirtschaftswissenschaften studiert und dann eine Karriere in die Industrie, unter anderem als Marketingdirektor in einem internationalen Unternehmen und auch weitere Positionen.

00:01:22: Schön dass du heute da bist, liebe Nicole!

00:01:25: Schön, dass ich da sein darf lieber Kai.

00:01:26: Ich freue mich auf das Gespräch!

00:01:28: Sehr gerne!

00:01:29: Ja Nicole, wenn du heute über den Bildungskampus läufst bei so schönem Sonnetag wie heute gibt es einen Moment an dem du noch spontan denkst und sagst genau dafür hat sich der ganze Einsatz gelohnt.

00:01:43: Also im Grunde genommen hat sich Der Einsatz dafür gelohnd das Heute zu sehen was hier über die letzten sechzehn Jahre entstanden ist.

00:01:51: Wenn ich zurückdenke Ich erinnere mich wirklich noch genau an diesen Tag.

00:01:55: Es war der achtzehnte Januar, zwei Tausend und zehn.

00:01:58: Damals bin ich mit zweieinhalb Mitarbeitern in den Hinterhof der Stadtwerke gezogen.

00:02:03: Heilbronn hatte damals hier im Innenstadtbereich eigentlich eine kleine Industrie brach.

00:02:08: es war ein altes Möbelhaus einen Autohändler ansonsten nicht spektakuläres Und ich hatte den Auftrag des Landes Baden-Württembergs unter Dieter Schwarzschiftung Hier eine neue Außenstelle damals der DHBW in Heilbronn zu errichten.

00:02:24: Und zu errichten bedeutet meistens ist da noch nichts da, also im Industriejaggon würde man von Brownfield sprechen weil natürlich alte Gebäude da waren die abgerissen werden mussten.

00:02:37: aber der Gebäudee Anteil ist ja nur ein ganz kleiner Teil dessen was es tatsächlich bedeutet eine neue Hochschule zu etablieren und wir haben damals Im Grunde genommen wirklich von null gestartet.

00:02:51: Natürlich gab es die duale Hochschule Baden-Württemberg schon an anderen Standorten, das Modell ist ja gegründet worden als quasi bildungspolitische Innovation in den siebziger Jahren weil damals sich die Wirtschaft gewünscht hat des Absolventen in kürzeren Studienzeiten und praxisnäher ausgebildet werden Wie gesagt, im Hinterhof der Stadtwerke angefangen und haben dann den Spatenstich gehabt zur Errichtung des ersten Teils dieses Bildungscampus.

00:03:22: Zwei Tausend Elf im Herbst sind wir dann eingezogen und seither massiv gewachsen sowohl wie als duale Hochschule aber in der Zwischenzeit natürlich auch der Bildungskampus, denn heute ist die DHBW eine von vielen Institutionen.

00:03:38: Wir waren sicherlich damals so der Stein, der das Ganze ins Rollen gebracht hat.

00:03:43: aber wenn man sieht, heute ist hier die ETH Zürich, die TU München es ist Frauenhofer da, Steinbeiß, Max Blank, die Campus Founders, die Coding School forty-two und der Campus ist tatsächlich heute ein ganz lebendiges Viertel in dem gelernt, gelehrt und geforscht wird.

00:04:03: Ja aber auch sehr beeindruckende Story ist ja quasi ein Start-up mit der Garage angefangen also mit dem Hinterhof der Stadtwerke zweieinhalb Mitarbeiter braucht er sicherlich auch sehr viel Einsatz gab es auch Momente wo gesagt hast jetzt komme ich aber wirklich an die Grenzen mit dem ganzen Aufbau in dem Gestalten hier drin.

00:04:25: Ja, ich finde das eine ganz spannende Frage.

00:04:29: Weil wenn man über Grenzen nachdenkt dann können das ja externe Grenzen sein oder auch innere Grenzen und ich glaube Momente in denen ich wirklich verzweifelt war oder gedacht habe nee das funktioniert alles nicht die gab es kaum.

00:04:44: Ich bin grundsätzlich ein positiv und energiegeladener Mensch, also von daher glaube ich auch dass nahezu alles möglich ist wenn man das will.

00:04:54: Man braucht aber natürlich Mitstreiter, man braucht Rahmenbedingungen wie es möglich machen und wir haben hier herausragende Rahmenbedinger durch die Förderung der Dieter Schwarzstiftung und mit der DHBW einen Erfolgsmodell das in der Wirtschaft bekannt ist Baden-Württemberg.

00:05:13: Wir haben allerdings hier Studiengänge etabliert, die zwar in der Region verankert sind aber auch bundesweit Strahlkraft ausüben sollten und von daher hatten wir gute Rahmenbedingungen.

00:05:25: Wir hatten aber in der Tat auch manchmal Hemmnisse, die tatsächlich intensiv Bemühungen gebraucht haben und zwar nicht nur Kraftanstrengung, wirklich auch so die Frage mit welcher Taktik.

00:05:41: Mit welcher Strategie kann man diese Themen angehen?

00:05:45: Denn gute Rahmenbedingungen erleichtern vieles.

00:05:49: aber das ist so ähnlich wie bei Hoffenheim Geld allein schießt halt auch keine Tore.

00:05:53: und wir hatten tatsächlich auch Widerstände und es hat sich in den letzten Jahren auch immer mal wieder gezeigt, wenn man selbst Dinge tun möchte in einem Umfeld das ja eigentlich öffentlich reguliert ist.

00:06:07: Dann ist es in Strukturen manchmal auch so dass es Missgunst gibt, Neid gibt und tatsächlich auch Akteure gibt die versuchen Dinge zu verhindern egal ob zum eigenen Vorteil oder weil sie Dinge nicht verstehen oder Dinge einfach nicht so entwickelt haben möchten.

00:06:27: Und das waren schon häufige auch Momente, wo ich dachte poh es könnte auch ein bisschen einfacher gehen aber die kriegen das in jedem Fall hin.

00:06:39: dann müssen wir halt vielleicht einen Workaround gehen und es wird dabei in jedem fall funktionieren.

00:06:44: Also immer positiv geblieben, immer Energie geladen und dann auch ein Weg gefunden.

00:06:49: Ja ich glaube man muss einfach dann auch wissen wen kann man für was mobilisieren?

00:06:55: Was sind die entsprechenden Hebel?

00:06:56: also das hat tatsächlich sehr viel mit Management Erfahrung zu tun und auch mit dem Wissen über Politik und Mikropolitik.

00:07:05: Ja, Management-Erfahrung ist auch ein sehr gutes Stichwort für meine nächste Frage.

00:07:09: Also du kommst ja aus der Industrie und hast dann zur Bildung letztendlich gewechselt?

00:07:15: Und was hatte ich da mehr geprägt?

00:07:18: oder wo sagst du?

00:07:20: das waren so besondere Momente.

00:07:22: irgendwo war es dann in den ersten Karrieren in der Wirtschaft oder dann eher jetzt so in der Bildung.

00:07:31: also ich glaube Karriere in der Wirtschaft war eine extrem wichtige Grundlage, um diese Hochschule hier aufzubauen und zu entwickeln.

00:07:40: Und ich war fünfzehn Jahre insgesamt im Daimler Konzern in unterschiedlichen Funktionen.

00:07:46: In ganz jungen Jahren im Mikroelektronik-Bereich, bei der Themik als damals sehr junge Frau in einem extrem männlich geprägten Umfeld lauter erfahrene

00:07:56: Ingenieur... Und nicht so

00:07:57: ganz einfach!

00:07:58: No and not at all.

00:07:59: und das Spannende war ich durfte in diesen jungen Erfahrung sammeln und wurde angesetzt auf Märkte, die definitiv nicht einfach waren.

00:08:13: Also so war meine erste berufliche Position der Aufbau eines Vertriebs- und Marktstrukturen in Osteuropa den postsovietischen Staaten nach dem Fall des eisernen Vorhangs also damals der wilde Osten und der mal wirklich wild.

00:08:28: Also wenn man heute darüber erzählt, wie die Marktmechanismen da funktionierten dann kann man sich das kaum mehr vorstellen.

00:08:36: ja es war halt Planwirtschaft und es war tatsächlich auch von Vertriebsstrukturen, die kennzeichnet in denen man als Frau relativ wenig Standing hatte.

00:08:56: Es sei denn man hätte sich ja arbeitet und weil ich das dort gut gemacht habe bekam ich den latein-amerikanischen Markt dazu.

00:09:02: jetzt weiß man in Latein Amerika haben die Frauen einen noch geregeren Stellenwert.

00:09:07: also von daher... Ich war mir nicht sicher ist es eine Belohnung oder ist es ein Straf?

00:09:12: aber nein es war definitiv etwas was man mir zugetraut hat.

00:09:16: Das hat mich sehr geprägt.

00:09:19: Ich hatte Führungskräfte, mein damaliger Chef Frank Dieter Meier ist inzwischen Mitte Achtzig.

00:09:25: ich bin mit ihm immer noch im sehr engen Austausch.

00:09:28: er hat mich immer gefordert und gefördert und hat mich tatsächlich dann auch in ein Programm gesteckt von Daimler zur Entwicklung der oberen Führungskräfte des Konzerns wo man tatsächlich eine harte Schule hatte aber gelernt hat fürs Leben.

00:09:44: Also das Thema Strategieentwicklung, Strategieumsetzung ist etwas was ich eben nicht nur in der Theorie aus dem Studium gelernt habe sondern wirklich auch dort natürlich dann schon mit einer Berufserfahrung nochmal indoktriniert bekommen habe.

00:10:00: und diese Schule hat mich wirklich auch vorbereitet auf all das dass später kam auch in anderen Funktionen des Konzerns und natürlich dann auch im Hochschulwesen.

00:10:11: Also schon beeindruckend, also danke für die Schilderung dieser Märkte.

00:10:16: Die glaubt heute nach wie vor immer noch speziell sind und andere Kulturen haben ja immer gewisse Herausforderungen dabei wo man eben dann was dazulernen muss oder sich reinbringen muss und weiß was waren so der erste Moment in deiner Karriere?

00:10:33: Oder vielleicht auch eine Person die ja bewusst wurde, wenn ich mich richtig reinhänge dann kann er wirklich was bewegen oder wirklich etwas aus mir machen.

00:10:44: Also ich glaube, mir war das relativ frühzeitig bewusst.

00:10:48: dass man Leistung bringen muss, wenn man erfolgreich sein will liegt vielleicht auch daran.

00:10:56: Ich bin ein Teil der Generation X, die gerade nach den Baby-Boomern geboren wurde.

00:11:02: aber wir waren einfach auch viele ja.

00:11:04: Der geburtenstärkste Jahrgang in Deutschland war mit wenn ich mich recht erinnere, eine Million Geburte das Jahr hier im Jahr fournzehntzig.

00:11:13: Aber wir waren immer viel zählig egal ob es um Studienplätze ging oder später um die berufliche Dorflichen einsteigen, man musste.

00:11:26: zum einen wirklich gut sein und Leistungswillen beweisen.

00:11:30: Vielleicht, ich denke da manchmal drüber nach wenn wir heute forschen über die Generation Z wo ja das Thema Work Life Balance oder vielleicht auch Live-Life Balance eine große Rolle spielt und ich habe vor kurzem eine sehr interessante Abhandlung eines Arbeitspsychologen gelesen bei der er die These vertreten hat dass es gar nicht nur die Frage dieser Generation Z sei, sondern insbesondere auch das Alter eine Rolle spiele beim erkennen welche Bedeutung berufliches Engagement hat.

00:12:06: Und seine Aussage war die Generation Y und die Baby Boomer hätten vielleicht auch hin- und wieder sich gerne in der Auszeit genommen und ein bisschen vor sich hingechillt.

00:12:17: aber wenn man zu irgendwas keine Lust hatte dann waren damals halt zwanzig andere hinter einem gestanden, die es gemacht hätten.

00:12:24: Und das ist heute mit der demografischen Entwicklung nicht mehr der Fall.

00:12:27: also von daher mir war immer bewusst man muss Leistung bringen und man muss Leistungen zeigen und mich hat vor kurzem sehr beeindruckt.

00:12:35: wir hatten mit unseren Studierenden ein Audienz bei Gerd Schanoffsky Generalbevollmächtigter und Komplementär der Schwarzgruppe, also quasi Chef von sechshundertundfünftausend Mitarbeitern.

00:12:49: Und neben ganz vielen anderen Fragen hat ihn tatsächlich auch ein Student gefragt wie er es denn habe mit seiner Work-Life Balance?

00:12:57: Er hat dann sehr interessant darauf geantwortet nämlich dass er immer großen Spaß gehabt hätte am arbeiten und für ihn diese Abgrenzung gar keine Rolle spielen, natürlich hätte er auch Erholungsphasen.

00:13:10: Und auf der anderen Seite wenn es dann eine Entscheidung braucht und Einsatz braucht, dann ist er einfach da!

00:13:18: kann in diesem, wie in jedem anderen Unternehmen alles werden.

00:13:22: Aber man muss Leistungen bringen und für mich als Frau war das glaube ich gerade in den jungen Berufsjahren in der Mikroelektronik schon auch nochmal besondere Herausforderung.

00:13:32: Ich musste besser sein und mehr Leistung zeigen als alle anderen auf der anderen Seite.

00:13:36: Ich bin oft gefragt worden ob es denn ein Nachteil war eine Frau zu sein.

00:13:43: Ich beschäftige mich natürlich viel mit der Frage der Gleichstellung.

00:13:46: Es ist mir ein großes Anliegen, dass Frauen die gleichen Chancen haben wie Männer und wenn ich mit jungen Absolventinnen rede dann ist es mir immer ein Anliege ihnen Mut zu machen.

00:13:59: und ein Teil dessen ist man muss sich trauen.

00:14:04: Oft ist es so, dass man als Frau vielleicht zunächst mal mehr Skepsis entgegengesetzt bekommt.

00:14:10: Auf der anderen Seite gerade in Männerdominierten Unternehmen und Gesellschaften hat man als Frauen häufig eine größere Sichtbarkeit.

00:14:18: Und gesehen werden ist Chance und Risiko gleichermaßen ja aber in dem Moment indem man gesehen wird durch das, was man tut vielleicht auch glänzen kann.

00:14:31: Dann hat man eben die Chance gefördert zu werden und so ist es mir ergangen.

00:14:36: Ich glaube ich habe meine Vorsorge setzten an der Stelle nie enttäuscht sondern natürlich in den Jahren wenn ich zurückdenke und es gilt sowohl in der Wirtschaft als auch in der Hochschulzeit immer abgeliefert was ich zugesagt habe.

00:14:53: Das glaube ich, wenn man dich so gegenüber sitzen hat.

00:14:57: Definitiv und auch danke für die ehrliche Einschätzung mit dem Rollenverständnis da in der ganzen Geschichte.

00:15:06: Jetzt kommen wir vielleicht mal zu dem Punkt wo du entschieden hast dass du nicht mehr im Großunternehmen sein möchtest sondern dann in die Wirtschaft gewechselt bist weil es ja schon ein durchaus Schritt ist.

00:15:17: wie kam das zustande?

00:15:18: Und wie ging das dabei als wirklich den der Mitarbeiter Ausweis abgegeben hat und dann gesagt hast du jetzt geh los auf den Hinterhof also mit Zwischenstation, Außestelle aber trotzdem den Weg.

00:15:32: Wenn ich ehrlich sein soll das war ganz schön hart!

00:15:35: Also in meiner Zeit in der Wirtschaft habe ich immer eine große Leidenschaft gehabt für die Lehre und auch für die Forschung Soweit es die Zeit zugelassen hat, ich war ja sehr viel international auf Reisen in meinen Funktionen.

00:15:53: Mich aber engagiert und habe hin- und wieder Vorlesungen gehalten, war in Prüfungsausschüssen, hab für meine damalige Alma Mater auch eine Mentoren-Tätigkeit wahrgenommen.

00:16:07: in jungen Jahren ... wie dann tatsächlich die Frage kam.

00:16:13: Ich erinnere mich da noch deutlich dran, es war damals von der Berufsakademie Mosbach... ...die gesagt haben sie würden ganz gerne eine Professur besetzen im Bereich Internation Business,... ...da würde ich ja hin und wieder Vorlesung halten.

00:16:23: Sie hätten den Eindruck dass sich da nicht nur die praktische Erfahrung und wissenschaftliche Fundierung auch... ...eine gewisse didaktische Befähigung mitbringen würde, ob ich da nicht Lust hätte, mich zu bewerben.

00:16:33: Und ich hatte vorher nie drüber nachgedacht irgendwie in die Akademia einzutauchen.

00:16:39: Ich habe damals dann gesagt, gut ich schmeiß meinen Hut in den Ring und hab dann in der Berufungskommission tatsächlich auch das Votum bekommen.

00:16:51: Und ich erinnere mich aber wie die Zusage und das Schreiben kamen – ich habe Wochen und Monate gebraucht um mich tatsächlich zu lösen von meiner Tätigkeit in der Wirtschaft.

00:17:03: Also wenn man da eine obere Führungsposition hat… eine totale Veränderung, also nicht nur im Hinblick auf das Gehalt.

00:17:11: Ich habe damals bei Weitem mehr verdient als ich heute, aber wenn man nicht nur monetär getrieben ist dann ist es sicherlich etwas was man in Kauf nehmen kann.

00:17:26: Es hat natürlich auch mit den Gestaltungsmöglichkeiten zu tun.

00:17:30: Und als Professor kann man natürlich Freiheit von Forschung und Lehre, seine Lehre gestalten und junge Menschen weiterentwickeln was ich nach wie vor für eine der erfüllendsten Tätigkeiten überhaupt halte.

00:17:44: Aber dieses so durchgetaktete Industrieleben aufzugeben Tag für Tag vor jungen Menschen zu stehen, das war schon etwas womit ich im Entscheidungsprozess wirklich auch lange Zeit gehadert habe.

00:18:03: Rückblickend muss ich sagen bereue ich es keinen Tag.

00:18:06: Vor allem Ich hatte die Professor zwei Jahre inne und durfte dann eigentlich das tun, was ich vorhin in der Wirtschaft auch getan habe.

00:18:13: Nämlich neue Standorte gründen damals zunächst für die Berufsakademie mit einer neuen Außenstelle in Bad Merkentheim und dann eben seit Jahrzehnteinzehn die Gründung dieses Standorts in Heilbronn.

00:18:25: Und es ist natürlich so dass man im Hochschulwesen Mit der Entwicklung neuer Standorte Rahmenbedingungen hat die einem zum Beispiel die finanzielle Sicherheit geben.

00:18:37: Wir haben ja nicht das unternehmerische finanziele Risiko, auf der anderen Seite ist man natürlich auch deutlich eingeschränkter in seinem Handeln.

00:18:46: also es gibt deutlich engere Leitplanken dessen was politisch geht und was eben nicht geht.

00:18:53: weil wenn ein neuer Standort gegründet wird und es heißt ihr dürft keine technischen Studiengänge und man isst in einer Region die von technischen Unternehmen umgeben dann ist das natürlich eine Einschränkung, die relevant ist.

00:19:04: Wo man in der unternehmerischen Welt, in der Wirtschaft sagen würde, also Portfolieentscheidung würde anders aussehen.

00:19:15: Im Grunde genommen, ich möchte es wirklich auch gar nicht beschönigen.

00:19:18: Wir haben heute viele Berufungsverfahren wo sich Professorinnen und Professoren bei uns bewerben die von der Wirtschaft den Schritt in die Lehre tun wollen.

00:19:27: und ich verdeutliche dann den Berufungsvorfahren immer das ist eine bewusste Entscheidung sein muss.

00:19:32: Es ist in der Regel eine Entscheidung die für das gesamte Leben gilt weil so eine Berufung einer Professor ist zunächst mal auf Probe aber dann auf Lebenszeit.

00:19:42: Aber es ist eben extrem erfüllende und sinnstiftende Aufgabe junge Menschen auf ihrem Weg ins Berufsleben, auch in ihrer Persönlichkeitentwicklung zu begleiten?

00:19:55: Das glaube ich definitiv.

00:19:57: Sie schauen jede Semester wie ein letztendlichen Arbeitsergebnis, wenn man es mal so betiteln möchte... Lass mir aber nochmal nachfragen, also mit den Standorten aufzubauen.

00:20:08: Das war dir aber noch nicht zugesagt als du den Schritt dann gegangen bist und in die DHB wechseln kannst?

00:20:15: Nein, in keinster Weise!

00:20:16: Also so eine Gründung eines Standorts kann man auch nicht vorhersagen sondern das ist tatsächlich eine politische Entscheidung und ich bin damals mit der Überzeugung an die Berufsaakademie gekommen Ich bringe jetzt jungen Menschen bei wie sie später in ihren Unternehmen Beitrag dazu leisten, damit diese insbesondere internationalen Märkten erfolgreich sind.

00:20:39: Ich hatte übrigens letztens eine Begegnung die mich sehr berührt hat.

00:20:44: ich weiß jetzt nicht ob ich den Namen nennen darf aber es war mittlerweile auch Führungskraft in einem IT-Unternehmen hier in der Nähe am Standort Neckar-Sulm die gemeinsam mit mir ausgewählt war für eine Fotodokumentation Gesichter des Wandels der Region.

00:21:07: Also wir waren beide Gesichter und wurden da porträtiert, ich kannte sie vorher nicht!

00:21:13: dachte ich, bis sie dann zu mir kam an diesem Abend, wo die Vernissage war und unsere Porträts ausgestellt waren.

00:21:20: Und sie sagte, sie freut sich so mich zu sehen!

00:21:23: Ich möge mich vielleicht nicht erinnern – das tat' ich auch nicht -, aber Sie wäre eine meiner Studentinnen des ersten Kurses gewesen, den ich damals an der Berufsakamente mit mir hatte.

00:21:34: Und ich hätte sie als Professorin so beeindruckt, dass sie sagte «So etwas was ich damals in meiner Wirtschaftszeit gemacht habe, bevor ich Professorin wurde.

00:21:46: Das ist für sie eine absolute Vorbildfunktion.

00:21:49: das möchte Sie auch tun und es ist etwas was mir sehr nahe geht und ich begegne hin- und wieder Menschen die mir mehr attestieren.

00:21:59: Ich hätte sie als Vorbild inspiriert für ihre spätere berufliche Tätigkeit oder auch für ihr ehrenamtliches Wirken.

00:22:08: Tolles Komplement.

00:22:09: Also dafür lohnt sich jeder Einsatz?

00:22:12: Absolut, ich meine ein ehrlicheres Feedback begibt es ja gar nicht.

00:22:15: also die haben ja auch nichts mehr davon wenn sie dir jetzt irgendwie ein Kompliment da machen oder so und wenn die Studenten sagen war ganz toll das geht vielleicht noch mal Hoffnung auf eine Zehntelsbessere Bewertung oder irgendwas.

00:22:27: aber mein wenn dann jemand sein Erfolg schon hat dass das ist ja dann wirkliche Schulterklopfen und Gratulation.

00:22:36: Ja, wenn man jetzt sieht den Campus und die duale Hochschule hier.

00:22:41: Das war doch deutlich von eine Wachstum-Story mit zweieinhalb Mitarbeitern begonnen.

00:22:48: Heute beginnen ja allein sechshundert SRs Semester pro Jahr und neue Studiengänge dabei.

00:22:54: Und klingt ja so erstmal nach einer tolle Erfolgsstory und es läuft.

00:23:01: aber sicherlich gab's auch Momente wo der Name gesagt hat Jetzt ist mir doch mal eher fast nach Jammern zu mutig, als dass ich da weiter gestalte.

00:23:09: Weil irgendwelche Knüppel zwischen die Beine geworfen werden oder irgendwelchen Hürden auftauchen, wo nicht so geplant waren.

00:23:17: Erinnerst du dich dann noch an irgendwelcher Momente?

00:23:19: Da habe ich ganz viele Momente an, die ich mich erinnere.

00:23:21: also das Leben wenn man in einer öffentlichen Position ist, das ist manchmal schon spannender als man sich so den öffentlichen Dienst vorstellt.

00:23:33: Weil gerade auch jüngeren Jahren ist es sehr häufig so vielleicht durch die Anonymität der sozialen Medien Menschen die öffentliche Position begleiten, aber nicht nur die aus der Anonymität angegriffen werden und teilweise da abstruse Vorwürfe erstellt werden oder auch ganz persönliche Beleidigungen erfolgen.

00:24:04: Also das gibt es schon.

00:24:05: also ich kann mich auch erinnern vor vielen Jahren.

00:24:10: wir sind damals als Studienakademie selbstständig geworden Und haben uns in einem nicht immer ganz schmerzfreien Prozess von Mosbach, von unserer Mutter Campus gelöst.

00:24:20: Da gab es tatsächlich dann eine Agitation gegen mich persönlich und auch gegen den damaligen Präsidenten der DHBW bei deren im Radio unser beider Rücktritt verlangt wurde.

00:24:31: also da schluckt man schon mal wenn man das so unvermutet hört.

00:24:35: mir wurden schon Plagiatsjäger auf meine Doktorarbeit angesetzt.

00:24:38: Also es gibt ganz viele Dinge wo man sagt Puh eigentlich wenn man nur Gutes tun will und ich habe ein sehr, sehr hohes Werte gerüst.

00:24:47: Ich bin glaube ich als Person ausgesprochen in Tegern aber allein das schützt nicht vor Angriffen.

00:24:55: Das ist vielleicht auch etwas was so die letzten Jahre in unserer Gesellschaft der Negativaspekt ist hatten wir auch Phasen, wo wir in unserer Entwicklung gehemmt wurden.

00:25:10: Es gab mit diesem Loslösungsprozess von Moosbach zunächst mal einen Paragrafen V der Errichtungsverordnung, so nannte sich das, nachdem wir eigentlich gar keine technischen Studiengänge anbieten können und also in vielen Bereichen kann man sagen ja Wettbewerbsschutz aber Das betraf zum Beispiel auch IT-Nahestudiengänge.

00:25:31: Und wenn man jetzt weiß, Ronn ist momentan auf dem Weg mit dem IPAI ein großes Zentrum für künstliche Intelligenz zu werden – wenn nicht das europäische Epizentrum der künstlichen Intelligenzen!

00:25:45: braucht noch ein bisschen, aber es gibt einfach ganz viele Akteure die hier mitgestalten.

00:25:49: Und wenn man dann sieht dass wir keine IT-nahen Studiengänge anbieten sollten das war natürlich schon eine Randbedingung in der Form für die Region nicht nachvollziehbar war und da muss man halt mit unterschiedlichen Akteuren darüber diskutieren und letztendlich über einen politischen Prozess vielleicht auch Dinge möglich machen die erst mal nicht möglich sind.

00:26:15: Also bei uns war es so, dass dann die Gremien der örtliche Senat, der öertliche Hochschulrat da interveniert haben und letztendlich eine Ausnahme für diesen Paragrafen V der Richtungsverordnung geschaffen wurden.

00:26:27: Aber das passiert halt nicht von alleine.

00:26:29: also das sind oft lange und manchmal auch sehr zermürbende Prozesse.

00:26:34: Das kann ich mir definitiv vorstellen... breites Spektrum, also vom Food Management.

00:26:40: Was glaube ich gar nicht so oft angeboten wird deutschlandweit bis zu den technischen Bereichen?

00:26:47: Wenn es einen gibt überhaupt was ist der Studiengang wo du am meisten Herzblut drin hast oder am meisten Engagement reingesetzt hast?

00:26:55: Das ist total schwer zu sagen!

00:26:57: Also du hast gerade den Studiengang Food Management erwähnt.

00:27:00: Der liegt mir schon sehr am Herzen, weil ich ihn gegründet habe damals mit viel Skepsis vom Ministerium.

00:27:09: Ob es denn sowas braucht?

00:27:11: Weil wir haben ihn damals gegründe mit Otto Geisel damals Slow Food Präsident Deutschlands, mit Eckhard Witzigmann dem Jahr hundert Koch und mit Unterstützung auch von Carlo Petrini.

00:27:24: der ist jetzt gerade... vor zwei Wochen verstorben.

00:27:27: Das war der Slow Food Gründer in Italien, der weltweiten Bewegung also eines Umdenkens auch in der Nahrungskette.

00:27:38: und damals haben ganz viele ökotrophologische Studiengänge anderer Universitäten geschlossen und wir waren trotzdem der Überzeugung das wird ein Erfolg weil einen ganz anderen Ansatz hatten.

00:27:52: Wir haben gesagt, es ist ein wirtschaftsorientierter Studiengang der eben interdisziplinär aufgestellt ist und bei dem wird die Unternehmen von der gesamten Wertschöpfungskette, von der Erzeugung auf den Acker bis hin zum Endkonsumenten auf dem Teller abbilden und diese verschiedene Wertschöpfungsketten miteinander im Dialog haben.

00:28:13: Und das hat wirklich auch dazu geführt, dieser Studiengang ist innerhalb der DHBW einmalig wird aber von ganz vielen anderen Hochschulen nachgemacht und ich war jetzt gerade in China letzte Woche mit einer großen Delegation und wir haben da natürlich auch wieder viele Produkte gesehen bei denen das Original in Deutschland entwickelt wurde und es dann in China erfolgreich kopiert wird.

00:28:38: Das liegt in der dortigen Kultur, es werden nur exzellente Dinge kopiert.

00:28:43: also an und für sich ist es eine Auszeichnung wenn die eigenen Produkte kopiert werden und das würde ich so ein bisschen als Gedanken auch mal für meinen Studiengang Food Management mitnehmen.

00:28:53: Es werden nur die guten Dinge kopieren.

00:28:55: aber ansonsten wir sind natürlich hier auch den anderen Studiengängen mit Weintechnologie, Wertstoffmanagement, Recycling, personalisierte Ernährung in sehr innovativen Themen unterwegs.

00:29:05: Was man aber sehen muss ist unser bei weitem zahlenmäßig größter Studiengang ist der Handel.

00:29:13: wir sind die größte Handelshochschule in Deutschland.

00:29:17: es gibt keine andere Hochschule die mehr Absolventen jedes Jahr an dem Handel entlässt und Es gibt im Handel eine Auszeichnung, das ist so wie in der Filmbranche der Oskar.

00:29:27: Das ist der goldene Zuckerhut und unsere Absolventen gehören immer wieder zu den Preisträgern.

00:29:34: Ansonsten natürlich Wirtschaftsinformatik, Data Science KI und jetzt in Zukunft werden neu angehen des Thema Sozialarbeit und KI und neue Studienangebote im Bereich der Gesundheitswissenschaften wobei für Heilbronn, für die Zukunft das Thema KI im Rekulum eine Rolle spielen muss.

00:29:55: Also wir werden bei allen neuen Studiengängen darauf achten, dass eben die künstliche Intelligenz, die hier für die Regionen besonderes Cluster bildet damit beinhaltet ist.

00:30:06: Also dürfen wir gespannt sein, wie hoch die Gebäude in der Umgebung hier dann noch werden.

00:30:10: Weil es sind ja überall Baugräne am Werk und aber auch die Flächen werden ja auch knapp.

00:30:16: also sicherlich spannend das alles unterzubekommen.

00:30:19: Aber du hast noch viel vor.

00:30:22: Ja für uns als DHBW ist die bauliche Zukunft eigentlich vorgezeichnet.

00:30:27: Das Gebäudee neben uns das sogenannte Hofkammergebäude wurde abgerissen.

00:30:31: Da kommt ein neuer Turm hin und den dürfen wir unten mit unseren Laboren bestücken, in den oberen Stockwerken dann eben auch Hörsäle- und Verwaltungseinheiten.

00:30:42: Darauf freue ich mich sehr!

00:30:43: Wir werden aber noch drei Jahre warten müssen also vor Ende achtundzwanzig ist es nicht fertig.

00:30:47: Ansonsten wachsen natürlich die anderen Institution auf dem Bildungskampus in einer ganz hohen Dynamik und das wirkt sich baulich tatsächlich hier in dem Areal im Innenstadtbereich erheblich aus, der Bildungskampus West entsteht dort wo bislang der Medienmarkt ist.

00:31:06: Das ist ein riesiges neues Areal inklusive eines sehr innovativen Mobilitätskonzeptes das dann zukünftig den Bahnhof des ehemalige Buga-Gelände den Bildungskampus und das IPI mit einer Seilbahn verbinden wird.

00:31:29: Und auch da ist ja die Presse schon informiert, deswegen verrate ich jetzt hier keine Betriebsgeheimnisse.

00:31:35: Hätte ich schon gerne irgendeine Premiere-Meldung hier drin gehabt!

00:31:41: vielleicht hat es noch nicht jeder gehört, aber das Eishockeystadion und das Soleo- und das Bollwerksparkhaus werden ja perspektivisch auch eine Erweiterung des Bildungscampus Platz machen.

00:31:55: Und das bedeutet natürlich schon dass der Campus weiter in die Stadt wächst und damit auch die Studierenden und die Wissenschaftler und die Mitarbeiter der Institutionen neu prägen werden.

00:32:09: Wir hatten jetzt gerade die Tage, was heißt wir?

00:32:14: Also die Schwarz-Digits und die Mediengruppe vom Handelsblatt haben eine große Techkonferenz ausgerichtet auf der Theresienwiese und da sah man natürlich auch die Besucher ebenso wie unsere Studenten und Mitarbeiter entlang der Neckermeile strömen.

00:32:33: tolles Bild, wenn man jetzt gerade an Sommertagen erlebt wie die Gastronomie ergänzt wird um Musikvorführungen und DJ-Stände.

00:32:43: Und tatsächlich die Stadt in einem ganz anderen Flow ist?

00:32:48: Ja,

00:32:48: toll!

00:32:50: Es ist auch schön.

00:32:51: also er hat ja vorhin mal den Begriff Brückenbauerin zwischen Wirtschaft und Bildung benutzt.

00:32:57: Also letztendlich ist es ja auch genau das dass dann so Konferenzen oder Events dann auch gemeinsam gestaltet werden und das dann auch letztendlich ihr Kunden orientiert, die Studiengänge wählt.

00:33:13: Also danke auch für die perspektivischen Ausblick.

00:33:16: Mir ist auch immer wichtig, dass das unsere Hörer was mitnehmen können.

00:33:20: Gibt so aus deiner Erfahrung irgendein so ein Take-Away aus Deiner Praxis?

00:33:27: Ob es jetzt aus der Industrie oder jetzt aus dem Aktuellen ist?

00:33:31: Wo sagst du, dass kann jeder bei sich irgendwo implementieren oder zumindest mal andenken irgendwo mitzunehmen also ob es Mindset oder irgendein Ritual, Praxisbezug oder irgendwas ist.

00:33:46: Hast du da was, was wir unseren Hören mitgeben können?

00:33:49: Ja also ich habe wahrscheinlich mehrere Dinge die ich gerne so als Impulse in die Hörerschaft geben könnte.

00:34:00: Ich würde mich hier begrenzen auf ein der mir sehr wichtig ist.

00:34:06: Wir sind in Deutschland momentan die drittgrößte Volkswirtschaft dass, obwohl wir auf der Landkarte ein winziger Flex sind sozusagen einen Stecknadel Kopf und mit achtzig Millionen auch keine große Bevölkerung haben.

00:34:19: Wir sind drittgrößte Volkswirtschaft der Welt.

00:34:22: Und viele unserer Märkte befinden sich im Ausland.

00:34:28: Wir waren immer Exportweltmeister und ich glaube es ist ganz wichtig sich dessen bewusst zu sein das eine solche Errungenschaft, wie wir sie uns über die letzten Jahrzehnte erarbeitet haben.

00:34:43: Natürlich etwas ist das man permanent auch verteidigen muss.

00:34:46: Das heißt wir dürfen nicht nachlassen und müssen weiter innovativ sein.

00:34:49: Wir müssen weiterhin unsere hohen Standortkosten rechtfertigen damit die Produkte auch international weiter nachgefragt werden.

00:34:59: Und ich sette mich jetzt gerade in China.

00:35:01: Ich war dieses Jahr mehrfach schon im China.

00:35:06: sehr armen Ländern wie Burundi.

00:35:08: Da hatten wir ein Projekt zur Entwicklung von Genossenschaften, die gehört zu den ärmsten Ländern dieser Welt.

00:35:14: Das GDP liegt bei Zweihundertfünfzig Dollar im Jahr.

00:35:18: Wir waren dort an einer Universität in Bujumbura, bei der wir einen IT Studiengang besucht haben mit ungefähr hundert Studenten, dreißig Computern und nur fünf haben funktioniert.

00:35:31: Auf der anderen Seite wenn man in China momentan unterwegs ist oder auch in Singapur sieht man mit welcher rasanten Geschwindigkeit die Technologien dort implementiert werden teilweise mit anderen Rahmenbedingungen.

00:35:44: also wenn man sieht wie in China produziert wird die Kilowattstunde kostet momentan zwei Cent.

00:35:50: Administrative Büro Krati gibt es zumindest dann nicht, wenn die Führung einen klaren Willen und klarem Plan hat.

00:36:01: Und natürlich lassen sich auch die Arbeitsbedingungen mit unseren vergleichen.

00:36:05: Das ist jetzt nichts das mir ein Anliegen wäre unsere Arbeitsbedienungen zu verschlechtern im Gegenteil.

00:36:10: aber mein Anliege ist sich die Welt außerhalb von Deutschland anzuschauen, sich dessen bewusst zu sein in welchen Umfeldern wir uns bewegen mit welchen Wettbewerbern wir im Wettstreit um welche Märkte bestehen.

00:36:31: Und ich war in meinem Leben immer sehr viel unterwegs, habe hundertdreißig Länder besucht.

00:36:40: Ich glaube, ich kenne ziemlich viel von dieser Welt und es gibt natürlich immer Länder, denen es deutlich schlechter geht als uns.

00:36:46: Ja gar keine Frage.

00:36:47: aber es gibt auch Länder die überholen uns links und rechts und oben und unten.

00:36:53: Wir müssen uns anstrengen, um da Schritt halten zu können.

00:36:57: Und man darf da glaube ich auch keine Befindlichkeiten haben.

00:37:01: das sind ja dann manchmal so die politischen Ansichten über verschiedene Länder.

00:37:05: Ich glaub wichtig ist dass man wirklich versucht sich ein objektives Bild zu machen und Alexander von Humboldt wird das Zitat zugeschrieben Nichts ist gefährlicher als die Weltanschauung derer, die die Welt nicht kennen.

00:37:23: Also von daher wichtig Nicht über etwas reden Sondern tatsächlich ist sich auch selber anschauen.

00:37:30: Ich fand es übrigens spannend.

00:37:32: Wir waren auf dieser Delegationsreise Letzte Woche in Begleitung verschiedener Pressevertreter Und einer der Presse Vertreter sagte er wäre und das war eine deutlich Überregionale Zeitung Er wäre der China-Experte seiner Zeitung Und ich habe ihn dann gefragt, wie häufig er in China ist oder war und er sagte dieses sei seine erste Reise.

00:37:58: Also von daher nochmal Alexander von Humboldt man möge sich die Welt anschauen.

00:38:03: Definitiv!

00:38:04: Das ist auch glaube ein schönes Abschlusswort.

00:38:07: Nicole lieben Dank für die persönlichen Einblicke in eine gesamte Karriere auch die Ausblicke, was uns hier in Heilbronn noch so erwartet.

00:38:16: Und vor allem auch der Appell an alle da draußen weiter zu gestalten aber auch mal über den Tellerrand hinauszuschauen.

00:38:25: und wie ich vorhin ja auch gesagt hast im anderen Kulturen ist es auch ein Lob etwas zu kopieren und ich glaube wir sollten uns auch nicht so stolz sein mal was anderes anzuschauern vielleicht mal was zu kopieren oder adaptiert irgendwo anzuwenden.

00:38:41: Vielen Dank für das Interview, liebe Nicole!

00:38:43: Lieber Kai vielen Dank.

00:38:45: es hat mir große Freude bereitet und an alle Hörer.

00:38:48: schauen Sie durchaus mal auf unsere Webseite www.dhbwd.de.

00:38:53: Absolut und ja auch von mir an alle hörer.

00:38:57: ihr habt gehört was es ausmacht dann vom Hinterhof beginnend sogenanntes Wachstumsunternehmen zu gestalten, auch im nicht-industriellen Bereich.

00:39:08: Und abonniert gerne den Podcast, teilt die Episode mit jemandem, den es auch interessieren könnte und bis zur nächsten Episode Gestalten statt Jammern!

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