Urs Meier: Entscheiden unter Druck, das EM-Viertelfinale 2004 und was Führungskräfte von Schiedsrichtern lernen können

Shownotes

Was du aus dieser Episode mitnimmst:

  • Wie eine Entscheidung in weniger als einer Sekunde entsteht. Und warum Nachdenken in diesem Moment der größte Fehler wäre.
  • Warum Erfahrung die eigentliche Grundlage für gute Bauchentscheidungen ist, und was das für junge Führungskräfte ohne diese Erfahrung bedeutet.
  • Den Shitstorm nach dem EM-Viertelfinale: vier Tage auf der Titelseite englischer Zeitungen, zehn Tage Untertauchen ohne Kontakt zur Familie - und was das mit einem Menschen macht.
  • Sein Führungsprinzip: Nie die Assistenten vor die Presse schicken, sondern selbst hinstehen. Gerade dann, wenn eine Entscheidung falsch war.
  • Warum der Hang zur Perfektion, gerade im deutschsprachigen Raum, Entscheidungen oft unnötig verzögert und warum 100 Prozent der Informationen nie erreichbar sind.
  • Sein Schlusssatz als Essenz der Episode: Visionen ohne Taten sind Träume, Taten ohne Visionen sind verlorene Zeit - erst zusammen verändern sie etwas.

Über „Gestalten statt Jammern"

Der Podcast für Unternehmer, Führungskräfte und alle, die lieber agieren als klagen. In jeder Episode sitzt jemand am Mikrofon, der genug Gründe zum Jammern hätte und es trotzdem nicht tut. Takeaways direkt aus der Praxis. Keine Theorie. Kein Hochglanz.

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Kontakt

Urs Meier, Urs Meier Management AG https://www.ursmeier.ch/ https://www.linkedin.com/in/urs-meier-232a5260/

Kai Michael Kisseberth, Host 'Gestalten statt Jammern' https://www.kisseberth.com/ https://www.linkedin.com/in/kai-michael-kisseberth-1879b48a/ info@kisseberth.com

Du willst Gast im Podcast werden? Du gestaltest statt zu jammern und hast eine Geschichte, die andere weiterbringt? Dann melde dich. Keine Selbstbeweihräucherung, keine Werbeveranstaltung. Nur echte Einblicke, echte Learnings, echter Mehrwert. Bitte schreibe direkt an: info@kisseberth.com

Transkript anzeigen

00:00:00: Ist es ein Falsspiel, ist das kein Falspiel?

00:00:01: Ist das Tor korrekt oder nicht?

00:00:05: Du entscheidest im Prinzip ohne nachzudenken und das ist das Entscheidende.

00:00:09: Wenn du da beginnst nachzdenken dann bist du blockiert.

00:00:18: Machen oder abwarten was entscheidet?

00:00:21: Das erlebst du hier mit Menschen die den Mut zum Handeln haben.

00:00:25: Gestalten statt Jammern.

00:00:27: Ich bin dein Host Kai Michael Kissewert.

00:00:35: Hallo schön dass du heute wieder eingeschaltet hast.

00:00:37: Zwanzigster Juni, zwei Tausendvier Portugal gegen England.

00:00:41: Viertelfinale der Europameisterschaft.

00:00:43: Die neunzigste Minute läuft Ein Tor ein Pfiff.

00:00:46: Das Tor wird nicht gegeben.

00:00:48: Der Mann mit der Pfeife heißt Urs Mayer.

00:00:50: Er trifft in Sekunden eine Entscheidung über die Englandwochen später noch Gelinde gesagt sprechen wird.

00:00:56: Urs Mayr hat als Schiedsrichter eighthundertdreiundachtzig Spiele geleitet Einen Champions League-Finale gepfiffen sowie EM und WM Spiele geleitet.

00:01:05: Nach seiner Zeit als aktiver Shiri wurde RTV-Experte Speaker Buchautor.

00:01:10: Heute vermittelt Erführungskräften das, was er auf dem Platz gelernt hat.

00:01:14: Entscheiden unter Druck mit unvollständigen Informationen jede Millisekunde unter öffentlicher Beobachtungen.

00:01:21: Genau darum geht es heute – nicht um Fußball sondern um die Frage wie man Verantwortung übernimmt wenn niemand einem die Entscheidung abnimmt.

00:01:30: Lieber Urs herzlich willkommen bei Gestaltenstadt Jammern!

00:01:34: Ganz herzlichen Dank und auch den Gruß zurück.

00:01:38: Danke schön!

00:01:40: Ja, aus Portugal gegen England im Viertelfinale der EM in dem Jahr zwei Tausend vier.

00:01:45: Sechzigtausend Menschen im Stadion, Millionen vor den Bildschirmen – wie ging es dir in diesem Moment?

00:01:51: Dir war ja sicher klar, dass du mit deiner Entscheidung Fußballgeschichte gestalten wirst.

00:01:58: Nein, in dem Moment ist dir das nicht klar.

00:01:59: Da geht es ja eigentlich nur darum, was du siehst und wahrnimmst.

00:02:08: Ist es ein Falschbild?

00:02:09: Ist kein Falspiel?

00:02:10: Ist das Tor korrekt oder nicht?

00:02:12: Und du entscheidest im Prinzip eben ohne nachzudenken und das ist das Entscheidende.

00:02:17: Wenn du da beginnst, nachzdenken dann bist du blockiert.

00:02:21: Dann wirst du diesen Entscheid wahrscheinlich gar nicht treffen.

00:02:24: Du wirst hoffen dass irgendjemand dir hilft.

00:02:27: in meinem Fall wäre es der Assistent gewesen.

00:02:29: Da gab's ja noch kein VORR.

00:02:31: Ja und dann bist Du blockiert und dann kommt vielleicht doch noch ein Entscheid aber er ist dann nicht mehr überzeugend.

00:02:40: Ja, im Prinzip Sekundenschnell.

00:02:42: Es war nicht mal Sekundenschnell, es war weniger als eine Sekunde wo ich gebraucht habe um diesen Entscheid zu treffen und der kam von innen heraus.

00:02:49: und darum wie gesagt nein hab ich da nicht überlegt was die Konsequenzen sind.

00:02:55: Okay okay wenn du sagst innerhalb von Millisekunden aus dem Inneren raus hast du dann überhaupt den Blick klar gehabt auf die Situation?

00:03:06: oder war es eher so ein Gefühl, dass du dann aus der Erfahrung sagst da war jetzt irgendwas nicht ganz koscher.

00:03:14: Ja, das war tatsächlich so.

00:03:15: Das ist oft dann eben so ein Gefühl oder meiner der Verstand ist es viel zu langsam in solchen Situationen, in Stresssituationen wenn es mehrlagige Situationen gibt da muss das Gefühl her.

00:03:26: und das Gefühl hast du aber meistens auch nur wenn Du Erfahrung hast Wenn Du halt schon tausende Spiele geschaut hast wenn Du selber schon hunderte gepfiffen hast Wenn du eine Ahnung hast vom Fußball von der Materie Dann kannst du dir ja eben auch relativ sicher sein, dass dieser Entscheid der von innen herauskommt.

00:03:47: Dass er eben auch wahrscheinlich der richtige ist oder meistens also ich würde mal so sagen Er war eigentlich immer der Richtige das eigentlich streiche gleich wie das war immer der richtige wenn ich auf dem Bauch gehört habe

00:04:00: Und wie stimmst du dich dann?

00:04:02: Oder hast du dich damals auf so ein Spiel eingestimmt?

00:04:07: Ist da vorher dann Nervosität, musst du ja speziell nochmal irgendwie runterkommen vorher ausblenden.

00:04:14: Dass die Massen dazuschauen oder lässt sich das überhaupt ausblende?

00:04:19: Das ist ja auch irgendwann nicht so etwas normal.

00:04:21: also das ist vielleicht der erste Mal wenn Ich nehme jetzt mal die Bundesliga, wenn du von der zweiten oder nicht einmal vielleicht sogar von der dritten in die zweite kommst hast du schon mehr Zuschauer.

00:04:32: Du hast mehr Medienpräsenz dann kommst du von den Zweiten in die erste Bundesliga und dann wird es natürlich ganz extrem.

00:04:39: Dann hast du viel Medienpräsent, du hast viel Druck viele große Zuschauer und das kann sein dass in diesen Phasen dass du damals die Zuschauer merkst, dass du merkst oh jetzt ist auf einmal sechzigtausend das ganze andere Stimmung als mit Ich sage es mal mit fünftausend oder zehntausenden, da macht was mit dir.

00:04:57: Das ist tatsächlich so in den ersten paar Spielen aber dann wird's auch wieder normal.

00:05:02: Dann ist das wie auf die Arbeit zu gehen oder keine Ahnung was.

00:05:08: Es ist normal dass der Stadion voll ist.

00:05:10: Es macht eigentlich eher etwas mit dir.

00:05:12: wenn es eben nur halb voll ist, dann hast du ein Problem.

00:05:16: Aber wenns voll isst, dann hasst du volle Energie.

00:05:18: Da ist auch etwas.

00:05:22: musst du dich nicht extra drauf einstellen.

00:05:25: Ja, war ja klar.

00:05:27: Aber Europa-Meisterschaft zum Beispiel, dass es im Viertelfinal Portugal gegen England voll ist und laut ist... Von dem geht man aus!

00:05:39: Aber du hast ja in so einem Moment wirklich keine Zeit für einen zweiten Gedanke oder da jetzt lang drüber nachdenken.

00:05:47: Der Pfiff muss ja sitzen und was läuft dann ab, ist das mehr rational?

00:06:00: Du musst eben im Spiel drin sein.

00:06:02: Das ist das Entscheidende, dass du dich da auch nicht ablenken lässt und vollkonzentriert bist.

00:06:07: Und das ist ja die Hauptaufgabe eines Schiedsrichters, dass er in diesen Situationen voll konzentrierte.

00:06:13: Ich habe mal von einem Autorenfahrer, wo ich noch sehr jung war, der hieß Joe Sifford – ein richtiges Idol in der Schweiz!

00:06:24: Der hat einmal gesagt, ohne Konzentration gleich Kondition.

00:06:29: Und dann hat er auch ein Beispiel gemacht.

00:06:30: so nach dem Auto wenn du sechzig Runden in Führung bist mit deinem Auto und du bist einem Sekundenbruch deil unkonzentriert, dann liegst du im Krispett und du hast das Rennen verloren oder?

00:06:41: Und so ist es am Fußball genau dasselbe der.

00:06:43: beim Torhüter ist es so.

00:06:45: Beim Schiedsrecht ist es eben auch so.

00:06:47: oder Du kannst neunzig Minuten pfeifen wie ein kleiner Hergott Aber wenn du in der neunzeigsten Minute halt ein Handspiel übersiehst, einen Fehlentscheid treffst dann bist du auf der Titelseite des nächsten Spieles.

00:06:59: Der nächste Zeitung und deine Leistungen ist halt keine gute.

00:07:04: Die wird nicht als gut doxiert, die werden eben als schlecht doxieren mit einer einzigen falschen Entfernung.

00:07:10: Drum ist es unglaublich wichtig... einfach immer voll konzentriert bleibst auf diese Situation.

00:07:15: Aber es hat auch wieder mit dem zu tun, dass du Kondition hast das du nie daran denken musst reicht mir die Luft für die neunzig Minuten sondern das ist einfach normal dass du diese Konditions hast und dass du eben dich nicht ablenken lässt von unwichtigen Sachen oder Spieler die dann rufen blablabla.

00:07:35: dann schaust du einen Moment weg und genau in diesem moment ist auf der anderen Seite etwas passiert.

00:07:41: genau diese auch Erfahrungswerte, die du hast.

00:07:44: Nein ich kann mit dir dann später noch diskutieren wenn es überhaupt noch wichtig ist.

00:07:48: jetzt ist wichtig hier im Strafraum hier ist wichtig was macht jetzt der Spieler?

00:07:53: Was passiert hier und so weiter dass du da einfach volle Konzentrationen hast.

00:07:58: Ja bei Entscheidungen von großer Tragweite verfallen ja viele Menschen eher ins Jammern und schieben dann eher die so eine Entscheidung auf.

00:08:08: Die Möglichkeit hast du als Schiedsrichter, wenn da auf dem Platz stehst nicht.

00:08:11: würdest du jetzt sagen es hilft an der Zeitdruck dass dann die Entscheidung schnell fallen muss oder?

00:08:18: Ja manchmal schon.

00:08:19: Manchmal schon.

00:08:20: Du weißt du musst jetzt ja oder nein.

00:08:22: Es gibt nur ja oder Nein Und dann hilft dir das.

00:08:26: Das ist ja auch oft im Geschäftsleben, denke ich, auch, dass man diese Zeitdruck hat.

00:08:32: Man spürt ihn vielleicht nicht oder so nach einem Motiv.

00:08:37: Aber er ist eigentlich auch da und anderen.

00:08:40: für sich wäre es gut, wenn du jemanden hast, der dir eben auch diese ... wie soll ich sagen?

00:08:47: Diese Thematik aufzeigt.

00:08:50: Schwiegermutter, die macht mit mir manchmal so eine Übung und dann schnitt sie vor der Nase.

00:08:57: Ja oder nein?

00:09:02: Ins Psychologische reingehen, ins Aufarbeiten von Problemen oder irgend sowas.

00:09:07: Wo du dann sagst was ist das jetzt?

00:09:09: Oder wo du dann so beginnst.

00:09:10: Ja oder nein!

00:09:12: Und da kommt ein ja.

00:09:14: Und das ist eben genau das, was so entscheidend ist.

00:09:16: dieses und das möchte ich auch bei Geschäftsführer oder bei Führungsleute im Betrieben, möchte ich es mal gerne haben dass man das irgendeiner denen sagt hey ja oder nein oder geh jetzt wo würdest Du jetzt gehen?

00:09:29: Und nochmals dieser Entscheid ist in der Regel die Richtige.

00:09:32: Ja, es hilft meistens nichts.

00:09:34: Wenn man dann nochmal sagt, da machen wir noch mal eine Marktanalyse oder wir reden noch einmal mit fünf Stakeholder und dann... Ja

00:09:41: eben nochmals!

00:09:42: Da kommt der wieder, der wieder oder ich bin jetzt momentan ja in einer Sendung gewesen kann man nicht sagen oder immer noch sie läuft ja noch die Verräter oder?

00:09:52: Und da ist das genauso.

00:09:54: du hast zu viel Zeit.

00:09:55: also Du hast eigentlich schon einen Entscheid gefällt für dich Wer ist der Verräter?

00:10:02: Dann hast du aber noch drei, vier, fünf Stunden bis du endlich an diesem runden Tisch sitzt und in dieser Zeit beginnen Gespräche.

00:10:09: Der kommt noch mit Informationen und da kommt noch was!

00:10:12: Und auf einmal sitzt du an diesem Runden Tisch und denkst, ah Scheiße... Ist es jetzt wirklich der Herr?

00:10:19: Ja nein also mit dem was ich gehört habe bin ich lieber auf den oder?

00:10:22: Was ist passiert?

00:10:23: Du lagst falsch.

00:10:27: Also nochmal Bleibt bei dir, bleibt ihr treu in solchen Sachen oder?

00:10:33: Und es bringt nichts noch unter die Informationen zu haben in der Regel.

00:10:37: Ja, es werde eh nicht hundert Prozent werden also irgendwas fehlt ja immer.

00:10:44: Das ist eben auch etwas das man auch akzeptiert dass es nicht perfekt ist.

00:10:49: und gerade sagt es oft in Deutschland aber auch in den deutschen Schweiz wir haben oft den Hang so Perfektion Bevor es nicht perfekt ist, können wir doch nichts rausgehen.

00:11:00: Ja, fragen mal die Asiaten oder die Amerikaner.

00:11:04: Die Schnelle fressen die Langsame und die langsame fresse die, die nicht entscheidet.

00:11:11: Absolut, ja.

00:11:13: Wenn wir jetzt mal auf deine Schiedsrichter-Karriere zurückblicken ... ... hat es sich da bei dir entwickelt in diesen ganzen Jahren in deiner Art zu entscheiden?

00:11:29: Als ich begonnen habe, habe ich natürlich schon im Frühjahr in die Oberste Liga gekommen bin.

00:11:35: In der Schweiz ging es vierzehn Jahre bis Ende des Jahrhunderts.

00:11:37: Die Daten stimmen schon, wie du gesagt hast.

00:11:39: Ja was hat sich verändert?

00:11:40: Du hast dich als Mensch verändert und du bist natürlich reif.

00:11:49: Durch alles was du erlebt hast, die Fehlentscheidungen, die Konfrontationen mit den Spielern und den Zuschauern.

00:11:55: Mit Situationen auf dem Platz.

00:11:58: Was es dann auch immer wieder gewesen ist.

00:12:00: Du wirst an und für sich.

00:12:02: mit deinen Entscheidungen, mit deiner Art, wirst du an und fürsich immer so reiner.

00:12:06: Und ich sage immer wieder am stärksten war ich ganz klar in meinem letzten Jahr.

00:12:11: Also Europameissenschafts-Weltmeisterjahr.

00:12:16: Ich war so stark auf diesem Platz.

00:12:25: Die Regelkenntnis über das musst du nicht reden, die muss da sein.

00:12:27: Die Kondition war auch mehr als da und dann kommt eben deine Erfahrung oder eine Persönlichkeit, die natürlich immer besser wird.

00:12:41: Ja, was natürlich den Unterschied macht.

00:12:47: Dieses Spiel Portugal England hätte ich nicht zehn oder fünfzehn Jahre vorher pfeifen möchten.

00:12:53: Also das wollen und das wären nicht gut rausgekommen.

00:12:57: Aber mit dieser Erfahrung, mit der Ruhe, mit dieser Gelausenheit die ich da hatte war das optimal.

00:13:05: Und darum ist es auch richtig wenn ... Ja, ein paar Jahre Erfahrung haben bevor Sie dann neben die großen Spiele leiten.

00:13:14: Ja absolut wie auch im Geschäftsleben also frisch von der Uni und noch nichts gesehen.

00:13:20: da tutscht er natürlich dann auch schwer gerade so Entscheidungen aus dem Bauch zu treffen wenn alles neu ist.

00:13:27: nur irgendwelche Bücher kennst ja

00:13:30: gut wo weiter hast du vielleicht wieder den Vorteil der jugendlichen Unbekümmertheit dass du halt einfach mal machst oder Du hast dann eben auch noch, was ja nach der Foto ist von den jungen Menschen.

00:13:41: Sie haben noch sehr viel Zeit nachher.

00:13:44: Sie können das wieder korrigieren oder?

00:13:46: Das Problem ist ja, dass hast du natürlich als älterer zum Teil nicht mehr.

00:13:54: Ja, und das denke ich auch gerade wenn ich so an meine letzten Spiele geschaut habe.

00:14:00: Ich wusste gerade das letzte Spiel, das Abschiedsspiel da wusste ich ja auch ich möchte in diesem Spiel Wenn ich hier noch einen Fehler habe wenn da hier irgendwas nicht gut läuft dann kann ich das nie mehr korrigieren.

00:14:11: Das bleibt einfach an dir hängen oder?

00:14:13: Und das war wirklich etwas.

00:14:15: was war eigentlich das einzige Spiel in den letzten Jahren und wo ich nachgedacht habe, wo wirklich so diese Gedanken gekommen sind.

00:14:26: Wenn hier was passiert?

00:14:28: Und ich weiß noch der Stand ist drei zu null, da hat es mal so war der FC Basel gegen FC Thun.

00:14:33: Es stand drei Stunden und ich habe gesagt, super dreizehund.

00:14:35: Jetzt kann ja nichts mehr passieren oder?

00:14:37: Dann kam das drei zu eins und ich sag okay dann drei zwei.

00:14:43: Und dann ließ der Torhüter, ließ er noch einen durch die Beine zum Dreidrei oder?

00:14:47: Ich sage jetzt den Namen nicht aber es ist ein Schweizer Nationaltorhüther gewesen, guter Freund von mir.

00:14:52: Der ließ da noch einen wirklich so reinrutschen, dann war's dreidrei!

00:14:56: Oder nein, das kann ja nicht sein oder du weißt jetzt hab' ich nach fünf Minuten zu pfeifen Oder in diesen fünf Minuten ist passiert was.

00:15:05: Jetzt wird es wieder hektisch, anstatt dass ich einen schönen Abschluss hatte und jetzt einfach keinen Fehler oder nicht war wirklich ein unglaublich konzentriert das das nicht passiert ist.

00:15:14: Gott sei Dank ist nichts passiert.

00:15:16: Gott sei dank konnte ich dann wirklich den Schlusspfeil irgendwann setzen Und fertig und Schluss.

00:15:24: Dann hast du auch mal gemerkt, wie viel Druck das eigentlich auf dir gelegen ist.

00:15:30: Ich habe dann auf dem Platz der Spielführer von FC Tunde jetzt Präsident ist, Andreas Gerber.

00:15:37: Der hat mich sofort umarmt und dann ist es bemerklich einfach so geflossen.

00:15:44: Der Druck war dann weg oder?

00:15:46: Und dann merkst du mal, wie viel Druck das du in deiner Arbeit eigentlich auch immer hattest.

00:15:52: Wenn ich mich vorher jemand gefragt hätte, hast du Druck?

00:15:55: Hab ich immer gesagt ne, hab doch keinen Druck, wo ist kein Druck!

00:15:57: Aber nach diesem Spiel und dann vor allem saßen wir ja noch im Restaurant.

00:16:01: Dann ungefähr eineinhalb, zwei Stunden später saßen mir im Restaurant und die saß so an der Wand.

00:16:05: Ich sehe die Situation immer noch vor mir... ...und ich saß dann so da und habe dann realisiert, jetzt ist es vorbei.

00:16:13: Jetzt ist es vorbeihit!

00:16:14: Die ganze Karriere ist jetzt vorbei... Und dann ist bei mir wirklich körperlich, ich hab das gespürt wie wenn eine Ritterrüstung runterfallen würde oder einfach ein Gewicht, ein zentner Sack von Gewicht einfach.

00:16:28: und ich saß da und sage

00:16:30: wow, wow

00:16:32: was für ein geiles Gefühl.

00:16:34: Wow

00:16:35: Kein Druck mehr.

00:16:36: Ich muss nichts mehr beweisen, ich muss nicht mehr trainieren und auf das Spiel fällt.

00:16:43: Das war so ein unglaublich befreiendes Gefühl.

00:16:46: und dann habe ich gemerkt wie viel Druck dass ich in all den Jahren immer wieder gehabt habe.

00:16:52: Und ich glaube es ist auch bei Geschäftsführern oder... leitenden Menschen in unserer Gesellschaft, ob das in der Politik oder in der Wirtschaft ist.

00:17:01: Ist es genau dasselbe?

00:17:02: Es ist ein Druck da, den man vielleicht selber gar nicht so spürt.

00:17:06: Man sagt ja eigentlich nicht.

00:17:08: Aber wenn's dann passiert, dann merkt man es.

00:17:10: Hey noch mal doch!

00:17:12: Da war immer ein Druck hier.

00:17:14: Ja also definitiv ist der Erdruck denke ich in jeder verantwortungsvolle Position denn da einmal mehr Mal stärker spürbar.

00:17:22: aber Ich meine auch, wenn man sich dann mal bildlich vorstellt, dass es eben nicht nur die Mitarbeiter sind für die immer verantwortlich ist.

00:17:32: Da hänge ja noch Familien dran.

00:17:33: also das letztendlich ist eine Vielzahl von Menschen die in der Verantwortung hat eigentlich den Faktor

00:17:39: Ja.

00:17:39: aber da muss man eben auch aufpassen, dass man diesen Druck nicht annimmt und das ist ja auch die Gefahr von führenden Leuten nachzudenken.

00:17:51: Ich habe immer gesagt vor einem Spiel, ich habe keinen Druck gespürt.

00:17:55: Nach dem Motto der Druck liegt bei den Spielern und bei den Mannschaften.

00:17:59: Die müssen gewinnen!

00:18:00: Ich muss nicht gewinnen.

00:18:01: Ich muss nur ein neutraler Schiedsrichter sein... ...ich muss die Situation sehen, ich leite das Spiel aber ich habe doch keinen Druck.

00:18:09: Das ist genau das weil es mir egal war Was nachher mit mir passiert, also egal was mehr vielleicht nicht ganz.

00:18:15: Aber so nach dem Motto ich habe mich da nicht unter Druck setzen lassen, sondern auch wenn ich heute schlecht pfeife dann kriege ich keine Spiele mehr oder ich kann nicht an die Welt meistens schaffen und ich habe keinen Champions League Spiel mehr.

00:18:25: Ich hab diesen Druck weggelassen ist aber immer einfach dieses Spiel genommen das Spiel, jetzt mache ich dieses Spiel Und ich bin der richtigen Mann am richtigen Platz.

00:18:33: drum haben die mich aufgeboten und ich hab versucht diese Spiel zu genießen.

00:18:42: Wenn ich heute einen fehlentscheid treffe, wenn das passiert und das passiert.

00:18:46: Ja was passiert dann meistens?

00:18:47: Wenn du genau daran denkst auch wenn ich in elf Meter rüber sehe.

00:18:51: Wer was passiert denn?

00:18:52: Du wirst in elf Metern rüber sehen!

00:18:55: Wenn ich in meinem Kopf habe auch eine rote Karte rübersehe.

00:18:58: Dann wirst du die rote karte übersehen.

00:19:00: Hört mich dem Käse auf.

00:19:02: freut euch über das was ihr macht aber den Druck.

00:19:06: lasst den der dort wo er sein muss oder und nimmt ihn nicht an.

00:19:10: Also ich habe immer versucht, nein.

00:19:13: Meine Bilder waren immer positive Bilder Schlusspfiff beide Mannschaften haben sich umarmt kamen zu mir Haben wir die Hand gegeben, beide Mannschaften haben gratuliert für eine gute Leistung.

00:19:24: Die Zuschauer sind aufgestanden und haben Applaus gemacht.

00:19:27: Und alle gemeinsam sind wir unter dem Applaus der Zuschauer aus dem Fußballplatz in den Stadion Innere reingelaufen.

00:19:35: Das waren meine Bilder.

00:19:37: immer dieselben Bilder über Jahre hinweg immer beim Einschlafen vor einem Spiel oder irgendetwas waren immer diese Bilder positive Bilder und keine negativen.

00:19:46: Ja,

00:19:47: sonst ist er so wie mit dem roten Elefanten an dem man nicht denken soll.

00:19:51: Dann ist er da und dann kommt er irgendwie sprichwörtlich ins Bild.

00:19:56: Was würdest du sagen, Urs?

00:19:58: Deiner Erfahrung jetzt wenn jetzt die Führungskraft aus der Wirtschaft und den Schiedsrichter?

00:20:06: Letztendlich stehen alle vor den gleichen Problemen.

00:20:10: Informationslücken sind da, es ist Zeitdruck und Kritik von außen.

00:20:14: Wo würdest du die stärkste Parallelle sehen zwischen Wirtschafts- und Sport?

00:20:21: Ja, das habe ich gesagt.

00:20:23: Das sind ja diese Parallellen, also die größten Paralleln!

00:20:30: Ja, dass man Verantwortung übernehmen muss.

00:20:32: Dass man für das verantwortlich ist was man tut und dass man eben auch hinstellt wenn es eben nicht gut gegangen ist.

00:20:38: Also sagen wir mal Wenn's gut läuft dann kann jeder hinstehen.

00:20:42: aber wenn es schlecht läuft oder Dann muss man eben noch hinstellen oder?

00:20:46: Und da ist es nicht der Assistent dahin stehen muss Es ist nicht der Pressesprecher dahin stehend unbedingt.

00:20:52: Es muss dann vielleicht der CEO sein Der hin steht und sagt Ich habe entschieden Nicht die anderen oder irgendeiner.

00:21:01: Es interessiert niemanden, es interessiert eigentlich nur die Verantwortung zu übernehmen.

00:21:06: Nochmals wenn die Assistenten bei mir im Team ein Fehler gemacht haben dann sind nicht.

00:21:10: die Assisten mussten vor den Fernsehern sein.

00:21:12: ich bin in Sintibür gegangen und habe gesagt ja unsere Leistung war heute nicht gut Wir haben versagt im Team.

00:21:21: Ich hab' nicht gehört der Assistent hat das Abseits nicht gesehen.

00:21:25: Ja schade Oder nein Nein, oder.

00:21:28: und dann hinstellen.

00:21:29: Und das gibt Vertrauen!

00:21:31: Das ist was viele Führungsleute nicht begreifen, dass wenn sie das machen, dass sie nicht an Persönlichkeit verlieren sondern dass sie an Persöhnlichkeit gewinnen.

00:21:42: Sie gewinnen am Vertrauen, sie gewinnen an Größe, an Glaubwürdigkeit... Ich denke mir, warum macht ihr es nicht?

00:21:50: Steht doch hin!

00:21:54: Ja, und wenn es halt Konsequenzen geben muss, dann nimmt man die Konsequent.

00:21:58: Wo ist das Problem?

00:21:59: Absolut!

00:22:00: Das ist ja das Prinzip vom Total Ownership, dass die Erfolge sind, die Erfolge des Teams... Wenn was schlecht läuft, ist eben die Führungskraft, die vorne dran stehen muss.

00:22:10: Wir haben

00:22:13: gewonnen, die Schweiz hat sie verloren.

00:22:17: Ja, in dem EM-Viertelfinale um da nochmal drauf zurückzukommen haben sie ja dann zum entscheidenden elf Meter schießen.

00:22:23: Christiano Ronaldo ich glaube mit neunzehn.

00:22:25: damals hat seinen Verwandtel David Beckham seinen Elfer verschossen und du warst seit danach wochenlang in inland dann Staatsfeind Nummer eins in der ganze Presse.

00:22:37: Wie ging es dir damit so nach dem Spiel wenn das Medienecho dann so verfolgst?

00:22:44: Ja, natürlich macht das etwas mit dir.

00:22:46: Aber es war also schon, dass der Backhand den ersten verschossen hat und dann... Das war eigentlich schon mal der Auslöser gewesen, der hat den ersten verschlossen.

00:22:53: Aber da gibt's auch eine Geschichte dazu!

00:22:55: Nee, natürlich mache das etwas für dich oder vor allem weil ich habe nach zehn Minuten nach Spielschluss die Mitteilung gekriegt.

00:23:02: Der Entscheid war richtig, oder?

00:23:04: Und in diesem Moment, ich weiß noch nicht, aber wir haben gefeiert und gesagt ja jetzt haben wir das Finale, jetzt haben mir das Final,

00:23:13: oder?!

00:23:13: Am nächsten Morgen war ich dann im Hotel bei uns, wo das Mannschaftshotel ist von den Schiedsrichtern.

00:23:20: Und da waren normalerweise Lagen da irgendwie vierzig bis fünfzig Zeitungen aus ganz Europa und da lag keine Einzige.

00:23:27: Also was sind die Zeitungen?

00:23:28: Die sind heute nicht geliefert worden.

00:23:32: Und dann hat der Negan eines als besser, dass du nicht rein schaust.

00:23:34: Oder warum?

00:23:36: Oder warum?

00:23:36: und dann schau ich mal in den Computer rein.

00:23:39: oder habe ich gesehen, sechzehntausend neue Mädels auf meinem Akkord.

00:23:43: Sechzehn tausende

00:23:43: Spurke.

00:23:44: Ja

00:23:45: da hab' ich mal das erste angeklickt.

00:23:47: Da habe ich gedacht oh was läuft denn hier?

00:23:49: Dann bin ich auf die Seite von Sonne gegangen oder Swiss Banker.

00:23:54: Was verschreibt man wieder?

00:23:55: Und da habe ich gemerkt es läuft eine Riesenkampagne gegen mich.

00:24:01: Da war ich total überrascht.

00:24:03: Wie kann man das nicht sehen, dass das ein Falsspiel von Terry war?

00:24:10: Aber man wollte das so machen!

00:24:12: Ich war ja dann vier Tage auf der Titelseite die UEFA, obwohl sich die UEfa so vorgesagt hat, sie sollen mich schützen und hinstehen.

00:24:18: Und jetzt sehen wir wieder beim Geschäft ... Beim Führungsleuten im Geschäft kommen auch darauf zurück.

00:24:26: Habe denen gesagt, mach ne... Ein Statement geht draus mit Bildern, wo man zeigt, dass es ein Falspiel ist.

00:24:36: Ich mache vielleicht noch ein Statement von Franz Beckenbauer oder Platini-Variador UEFA Präsident nach dem Motto... Es schaut, so nach dem Motor war doch ein richtiger Entscheid.

00:24:50: Ja nein machen wir nicht weil dann gibt es eine Ping-Pong Situation habe ich gesagt.

00:24:54: Dann schreiben die wieder.

00:24:55: was hab ich gesagt?

00:24:55: Die schreiben sowieso was!

00:24:57: Ich bin am nächsten Tag wieder auf der Titelseite wenn ihr nichts macht.

00:24:59: ja ne ne das glauben sie nicht.

00:25:02: normalerweise kühlt sich das relativ schnell ab.

00:25:04: also toll.

00:25:05: Nächsten Tag natürlich wieder auf den Titelzeit.

00:25:07: als eben noch etwas ich war vier Tage auf der titelseite Die Netflix-Serie geschaut haben mit Beckham.

00:25:15: Er war nur drei Tage auf der Titelseite, ich war also vier Tage auf die Titelseite.

00:25:19: Ja gut!

00:25:22: im Geschäftsleben.

00:25:24: Du musst als verantwortlich, ich bin ja schlussendlich da zumal angestellter gewesen der UEFA, dann erwarte ich auch von der UEFA dass sie schützend hinter mich stehen.

00:25:34: ob ich jetzt einen Fehler gemacht habe oder nicht ist mal jetzt sekundär.

00:25:38: aber es wäre noch viel einfacher wenn's ein richtiger entscheid ist das du hinstellen kannst, aber ja Moment also.

00:25:43: er unser Mitarbeiter der OAS Meier hat sogar richtig entschieden was wollt ihr eigentlich?

00:25:49: Also da erwartest von einem Arbeitgeber.

00:25:53: Und wenn das eben nicht passiert, ja was passiert dann beim Arbeitnehmer?

00:25:58: Er verliert den Glauben an die Firma, er verliert dem Glaubern an die Führung und er hat da keine Sicherheit mehr.

00:26:06: und da muss man sich fragen ist man noch im richtigen Betrieb?

00:26:09: Ja aber es eine andere Sache hatte ich auch bei der UEFA übrigens.

00:26:13: Und drum nochmal in solchen Situationen eine richtig gute Führungsposition die steht hin, die verteidigt auch ihre Mitarbeiter.

00:26:22: Ja, jetzt hast du uns ja neugierig gemacht dass es zu dem Elfer vom David Beckham auch noch eine Geschichte gibt.

00:26:29: Ja ich sage immer wieder das Problem ist wie gesagt mit dem Detail.

00:26:36: der Teufel liegt im Detail genau.

00:26:39: Die Engländer wussten nicht unbedingt gute elf Meter Schützen sind, in der Regel.

00:26:46: Das wissen sie ja oder haben bis dahin fast nie einen Elfmeterschießen gewonnen.

00:26:50: Im Nachhinein haben Sie dann ein zweimal gewonnen aber das war meistens gegen die Schweiz.

00:26:55: also aber das ist ein anderes Thema.

00:26:57: Also haben sie einen Abend vorher, haben sie im Stadion und haben sie elf Meter geübt.

00:27:04: Die haben es aber nur auf Eintor geübert von der Haupttribüne auf das Rechte Und jetzt kam es ja zum Elfmeterschießen, oder?

00:27:13: Und im Elfmeter-Schießen habe ich dann gesagt wir losen aus auf welches Tor das geschossen wird.

00:27:18: Da haben wir rausgelost und da war's halt aufs Lenken.

00:27:21: Also dann hat mir noch was ausgelost.

00:27:23: Wer schießt den ersten Elfmeter?

00:27:25: Dann war's England!

00:27:26: Weil in England meistens der Spielführer die Frontote übernimmt, finde ich übrigens toll wenn man das mal anschaut.

00:27:32: sie gehen auch immer als erstes darauf zur Spielfeld.

00:27:34: Die Spielführerin der englischen Nationalmannschaft Sie sind die Lieder also haben sie Nehmen Sie auch vorhanden oder im Elfmeter schießen, hat Beckrem auch gemacht.

00:27:43: Hat den Ball hingelegt ist angelaufen und dann ist er ausgerutscht.

00:27:48: das heißt das linke Standbein das ist ausgeruscht weil der elf Meter Punkt war ungefähr einen Quadratmeter gesandet.

00:27:59: Das wussten sie aber nicht.

00:28:01: weil sie nur aufs andere Tor geschossen hatten Wussten sie nicht wie die Platzbeschaffenheit ist auf der anderen Seite.

00:28:07: Das heißt, er ist ausgerutscht und dann hat er so quasi mit dem Fuß unter den Ball und hat ihn rechts über die Latte geknallt oder?

00:28:16: Und die Anderen haben natürlich das gesehen!

00:28:17: Die Anderen spielen wussten, ah pass auf da ist es derer dass das Feld nicht gut wir müssen das zuerst etwas andrücken oder wir müssen vorsichtig sein mit der Schusshaltung usw.

00:28:31: Also sie hatten einen Vorteil denn hatte man nicht weil Sie haben abends vorher nicht aufs richtige Tor.

00:28:38: Ja, okay.

00:28:40: Interessant, interessant.

00:28:42: Gab es dann auch Reaktionen aus Portugal?

00:28:46: In England Schittstorm heutzutage wird man so nennen wahrscheinlich aber irgendwelche positiven Schlagzeilen aus Portugal oder ging das unter in dem...

00:28:56: Das ging total unter.

00:29:00: Ich weiß gar nicht also gut.

00:29:03: Eigentlich die Portugiesen sind da auch etwas zurückhaltender und so weiter.

00:29:07: Also ich meine, ich bin ja schon ein paar mal wieder in Portugal gewesen.

00:29:09: Ich bin auch unterdessen in England gewesen logischerweise aber... Nee, nee.

00:29:15: Das habe ich irgendwie gar nicht mehr gekriegt.

00:29:17: Es waren dann schon so die englischen Headlines.

00:29:20: Die haben die hier da schon richtig ... Ja!

00:29:24: zugesetzt, wie soll ich sagen?

00:29:26: Es ging eigentlich auch da.

00:29:28: Der Druck kam eigentlich eher von außen.

00:29:30: Also alle haben von außendem Angst gehabt auf einmal die Polizei.

00:29:34: sie können nicht für die Sicherheit garantieren.

00:29:36: Ich soll doch in Portugal bleiben.

00:29:38: dann bin ich dann rettiger gegangen.

00:29:39: in die Schweiz habe ich gesagt ne wieder zurück in die schweiz werden machen und soll ich hier im portugal.

00:29:44: Und dann wurde ich ja aus dem Flugzeug geholt, so in ein Auto gesetzt.

00:29:49: Dann musste ich untertauchen zehn Tage keinen Kontakt zur Familie, zur Außenwelt und das hat dann schon etwas gemacht nach einem Motor.

00:29:58: Alle haben irgendwie Angst gehabt

00:29:59: usw.,

00:30:00: uns sofort.

00:30:01: Ja da hast du dann schon gemerkt.

00:30:03: Also irgendwann später kam dann irgendwie so das Gefühl wenn hinter dir jemand Englisch gesprochen hat zum Beispiel am Flughafen bist du so zusammen gezuckt also einen Englischen oder?

00:30:15: Ungefähr fast ein halbes Jahr, bis ich da nicht mehr reagiert habe auf den englischen Stimmen im Rücken von mir oder so.

00:30:24: Da hat man gemerkt das hat schon mit dir gemacht.

00:30:27: Also lässt sich nicht ganz ausblenden dann?

00:30:31: Nein!

00:30:33: Ja Urs, lass uns mal noch über den Fußballtellerrand hinaus schauen.

00:30:37: Welche Entscheidungen in deinem Leben hat dich am meisten gelehrt und welche hast du bereut?

00:30:43: Weil du sie zu spät getroffen hast oder zu lange rausgezögert?

00:30:49: Ja gut das sind ja im privaten Bereich.

00:30:53: Wenn ich zweimal verheirate bin aber zwischendurch habe ich eine lange Beziehung gehabt Ja, was soll ich da sagen?

00:31:01: Was sind die Entscheidungen, dass du vielleicht oft zu lange wartest.

00:31:09: Dann irgendwie zu lange wartest bis du Klarheiten schaffst also... Ich war in den ersten beiden Beziehungen war ich zu wenig klar und durch das auch zu lange gewartet bist dann irgendwo eine Entscheidung getroffen worden ist.

00:31:28: Und oft hat man ja Angst, vielleicht bei dieser Entscheidung oder so nach dem Motto... Man hofft ja oft im Unterbewusstsein, hat man vielleicht das Gefühl, hoffentlich kommt die Entscheidung von der anderen Seite, da muss sich sie nicht treffen.

00:31:45: und das ist auch so oft bei Personalentscheidungen in Geschäftsämen.

00:31:50: Man weiß diesen Mitarbeiter müsste man jetzt können.

00:31:55: Das ist eigentlich klar!

00:31:57: Jetzt ist er aber schon zehn oder fünfzehn Jahre oder zwanzig Jahre dabei, oder?

00:32:03: Da denkt man, ah!

00:32:05: Kann man doch nicht machen.

00:32:07: Und der Mitarbeiter selber weiß eigentlich auch, dass es nicht mehr der richtige Platz ist.

00:32:13: Aber er macht's auch nicht weil er will ja nicht zu Hause sagen ich habe jetzt gekündet und das erwartet an einem Versuch.

00:32:21: beide warten bis es irgendwo nicht mehr geht und irgendwann sagt der Chef weißt du was lieber Fritz?

00:32:28: Hier hast du die Kündigung, oder?

00:32:30: Und dann ist der Fritz zuerst enttäuscht.

00:32:32: Dann ist er wütend und erst nach dem nächsten Schritt sagt er eigentlich das Beste was passieren konnte.

00:32:41: Eigentlich hat er nur darauf gewartet dass diese Kündigungen jetzt ausgesprochen werden.

00:32:46: Da erwartet man eben viel zu lange.

00:32:48: Diese Zeit ist nicht die gute Zeit.

00:32:50: Ja absolut!

00:32:52: Es ist auch immer die Frage wie wir dann so ... Botschaft eben rüberbringt und das kann ja auch durchaus wertschätzend formuliert sein.

00:33:01: Nein,

00:33:01: absolut!

00:33:02: Aber genau, aber eben noch mal, sie muss vom Chef kommen?

00:33:05: Ja.

00:33:05: Ich habe immer gesagt Beförderung bei meinen Schiffsrichtern oder auch im Geschäftsleben, die kann jeder aussprechen.

00:33:13: Oder eine Befördereiung kann keiner.

00:33:15: was jemand anrufen und sagt du bist befördert oder scheißegal.

00:33:20: Aber dir zu sagen Du wirst jetzt religiät von der ersten Bundesliga und die zweite Bundesliga, das kann nur der Chef.

00:33:28: Da muss der Chef anrufen!

00:33:29: Da gibt es keinen Viz-Chef oder weiß nicht was ist der Chef?

00:33:33: Das ist die Chefsache.

00:33:35: Er spricht mit diesem und das ist im Geschäftsseben genau dasselbe.

00:33:38: Ja absolut, absolut.

00:33:41: Hast du noch ein Takeaway für unsere Hörer zum Abschluss?

00:33:46: Was ihnen beim Entscheiden vielleicht das Leben leichter macht, gibt es da irgendwas?

00:33:51: Also take away ist auch immer wieder den Satz, wenn ich meistens bei meinen Referaten als Schlusssatz nehme.

00:33:56: oder also Essen, was sage ich.

00:34:01: Hauptvisionen!

00:34:03: Hauptein Ziel mal ganz grundlegend definiert dieses Ziel Und ich kann nur sagen, dass ich aus dem Jahr und neunzehn-seventein mit der Schiedsrichterei begonnen habe.

00:34:11: Ich habe als erstes einen Fragebogen in die Hand gedrückt bekommen, so nach Motto was ist dein Ziel?

00:34:17: Und ich habe dann hingeschrieben – nach kurzer Überlegung – mein Ziel ist es, nineteenhundertdachtenneunzig an der Fußballweltmeisterschaft als Schiedserichter tätig zu sein.

00:34:25: oder zwei Sachen, ein klares Ziel, also eine Zwanzigjahr in die Zukunft nicht als irgendjemand sondern als Schiezrichter, nicht als Assistenz, sondern als an einer Weltmeisterschaft tätig zu sein, oder?

00:34:39: Und das sage ich dann eben auch und so sage immer wieder.

00:34:41: Visionen ohne Taten sind Träume.

00:34:45: Taten ohne Visionen sind verlorene Zeit aber Visionen und Taten zusammen können die Welt verändern.

00:34:53: wir brauchen immer beides.

00:34:56: sehr schön Ja, vielen Dank lieber Urs für dieses interessante Gespräch.

00:35:01: Alle die jetzt gerade zuhören ihr habt gehört wie es ist unter Druck zu entscheiden was für Paralleln es eben zwischen Wirtschaft und Sport dann auch gibt dass es wichtig ist immer mit voller Konzentration bei der Sache zu sein bei sich zu bleiben und das manchmal auch vielleicht die Schwiegermutter hilft die dann mit dem Finger schlimmst und sagt ja oder nein.

00:35:21: Wenn dir die Episode gefallen hat, wenn sie bei dir ein Nerv getroffen hat, dann teilt sie mit jemandem, der Sie vielleicht gerade auch hören möchte.

00:35:28: Abonniert den Podcast damit du keine weitere Folge mehr verpasst.

00:35:31: bis zur nächsten Episode Gestalten statt Jammern!

00:35:34: Vielen Dank für das Gespräch lieber aus!

00:35:37: Ja ganz herzlichen

00:35:50: Dank!

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